„Wer jetzt nicht in Richtung Medizin 4.0 aufbricht, läuft Gefahr den Anschluss zu verlieren“, wird Prof. Heinz Lohmann @HeinzLohmann, wissenschaftlicher Begleiter der Studie „Digitalisierung in der Gesundheitswirtschaft“ und Präsident des 12. Gesundheitswirtschaftskongresses in Hamburg zitiert. Lohmann demnach weiter: „Die Krankenhäuser müssen aufpassen, dass ihnen neue Gesundheitsdienstleister nicht den Rang ablaufen.“ Nur jedes vierte deutsche Krankenhaus verfügt über eine Digital-Strategie.

Auf dem Weg zur „Medizin 4.0″ eignen sich aus Sicht der in der Studie befragten Klinik-Führungskräfte besonders Aufgaben der Verwaltung (84 % Zustimmung) und der Diagnostik (75 % Zustimmung) für eine Digitalisierung und Automatisierung. An dritter Stelle sehen die Krankenhaus-Führungskräfte die stationäre Versorgung (57 % Zustimmung). Guido Burkhardt @qhit, der Inhaber und Head Consultant von von qhit healthcare consulting sagt dazu: „Es wird offensichtlich in den Chefetagen des Gesundheitswesens immer noch nicht nicht weit genug gedacht. Tatsächlich wird es nämlich  keinen Lebens- und Arbeitsbereich geben, der nicht von Automation und Dematerialisierung erfasst wird. Und selbstverständlich ist auch die stationäre Gesundheitsversorgung hiervon betroffen.“

click-to-the-qhit-care-4-0-yellowJörg Haas @JoergEHaas, Gründer der GWI AG und Vater des Klinikinformationssystems Orbit (heute von Agfa Healthcare) mahnte bei der Herbstkonferenz 2016 der Krankenhaus-IT Leiter #KHIT16  im Klinikum Kassel bei diesen an, sich an die Spitze der Bewegung zu stellen und den tiefgreifenden Wandel mitzugestalten. Im Zusammenhang mit der Diskussion um die Medizin 4.0 wirkt der Begriff „IT-Leiter“ allerdings bereits heute etwas anachronistisch und der Beruf wird es auch werden, wenn er sich nicht gleichermassen wandelt, wie sein Umfeld. Schon längst sind weithin die 4.0-Innovationstreiber nicht (mehr) in der IT Abteilung zu finden. Wer heute 50 ist und denkt, dass er bis zu seiner Pensionierung in aller Ruhe noch in der alten Welt verbringt, der irrt sich mächtig. Wer heute 55 ist, hat vielleicht das Glück, die alte Welt bis zur Pensionierung noch abwickeln zu dürfen. Es ist allerdings nicht ratsam so zu planen, denn seine Zeit als Rentner verbringt er so oder so in der Welt 4.0. Da kann er sich auch gleich mit den Veränderungen befassen und nicht erst dann, wenn es unvermeidlich ist.

 

Als Führungskraft darf man nicht nur nicht mit der Zeit gehen, man muss auch unfähig sein, Innovationen zu verhindern.

Natürlich ist es für diejenigen, die in der Zeit des Umbruchs Verantwortung tragen, ein Spagat zwischen den zu bearbeitenden hochgradig strategischen und den Bits/Bytes/Blech Themen, mit denen es Gesundheit-ITen heute noch zu tun haben. Wer diesen Spagat jedoch nicht schafft, der wird mit eben jenen Bits/Bytes/Blech Themen zum Auslaufmodell und ersetzt. So einfach ist das. „Die neue Welt ist keine Hardwarewelt mehr, sondern nur noch eine Lösungswelt. Sie brauchen nur noch Integration“ sagt Haas in Kassel. Und für viele heute undenkbar legt er zu: „im Client/Serverbereich gibt es keine Sicherheit. In der Cloud gäbe es hingegen eine „vollkommen andere (sicherere) Situation.“ Cloud bedeute „Demokratisierung und Sozialisierung der IT-Kosten.“ Solche Aussagen stellen zu ziemlich alles auf den Kopf, was heute gültige Paradigmen im Krankenhaus darstellt, denn Cloud Computing bedeutet: wenn Sie den Computer ausschalten, ist die Software „weg“. Es bedeutet auch, das Ende des PCs. Dematerialisierung ist einer der Megatrends der Welt 4.0. Und die kommt nicht in dem bisher gewohnten Tempo von Innovationen, sondern vergleichsweise mit Lichtgeschwindigkeit. Denn auch Beschleunigung ist einer der faktischen Megatrends.

Tagung der Krankenhaus IT Leiter in Kassel: 94% der Kliniken haben nicht die nötige Vernetzung, die aus Sicht der Patienten nötig wäre.

Tagung der Krankenhaus IT Leiter in Kassel: 94% der Kliniken haben nicht die nötige Vernetzung, die aus Sicht der Patienten nötig wäre.

Was daneben zählt: schon jetzt geben zusatzausgebildeten Prozesse-Versteher, meist Ärzte und Pflegekräfte oder Medizininformatiker den Ton an. Reine Informatiker werden schwer haben, wenn sie es nicht schaffen, in Prozessen zu denken. Freilich können sie sich noch eine Zeit lang in ihrer jetzigen Situation halten. Und jemand muss die alte Welt ja auch weiterbetreiben, bis die Neue steht. Die gesellschaftliche Digitalisierung ist bereits sehr weit fortgeschritten. Die der Krankenhäuser nicht. Dr. Josef Düllings, der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) sagt dazu im September 2016: „Wir haben heute in den Krankenhäusern keine Prozessorganisation. Und Jede Menge Verschwendung.“ Deutschlands oberster Krankenhaus-Chef fragt sich, welche Rolle die IT bei der Zukunftssicherung von Krankenhäusern spielen würde. „Eine Bedeutende“ meint er, schränkt aber ein „noch wichtiger als Informationstechnologie ist Informationsmanagement.“ Schaut man heute über den Rand der eigenen Klinik hinaus, wird’s schaurig. „94% der deutschen Krankenhäuser haben nicht die nötige Vernetzung, die aus Sicht der Patienten nötig wäre“, gibt Düllings selbstkritisch zu bedenken.

Erst wenige, wie IT-Leiter Jens Schulze @jschulze81 vom Klinikum Leverkusen hier im Interview mit MirjamBauer @MirjamBauer und Michael Reiter @MichaelReiterPR, haben die Zeichen der Zeit erkannt:

Quelle: Twitter

Fundamentale Veränderungen in Pflegeheimen

Übrigens: Vielleicht sogar noch schneller als Krankenhäuser werden die stationären Pflegeeinrichtungen der Behinderten- und Altenhilfe von der Medizin 4.0 erfasst. Der Bedarf an Strohhalmen jeder Art um die Pflege Vieler durch Wenige zu bewältigen, ist ganz erheblich. Der baldige Einsatz von Pflegerobotern und pflegerischen Helferlein wie das selbstständig Flüssigkeits-bilanzierende Trinkgefäss ist sozusagen so sicher, wie das Amen in der Kirche. Um solche Vorhersagen machen zu können, muss man kein Prophet sein. Es handelt sich um bereits verfügbare Technologien. Ob Sie das persönlich für ethisch wünschenswert halten, spielt keine Rolle. Es wird keine Alternative geben. Es werden noch ganz andere Technologien zum Einsatz kommen, die heute noch fast undenkbar sind. So wird man zum Beispiel mit Bewohnern einen virtuellen Spaziergang durch Paris, London, Berlin oder Rom unternehmen können, ohne das Haus zu verlassen. In ersten Versionen wird das Holodeck vom Raumschiff Enterprise noch nicht nachgebaut werden können. Aber mit einer Virtual Reality Brille lässt sich auch heute schon eine fast perfekte Illusion erzeugen. Der Nutzer erlebt das Gesehene tatsächlich – und dennoch virtuell. Die Investitionen für ein Leben in der Gesellschaft 4.0 müssen jetzt in die Budgets der kommenden Jahre eingestellt werden.

Ihre Digitalstrategie

Wenn Sie und Ihr Haus zu denen gehören wollen, die den Wandel nicht einfach über sich ergehen lassen, sondern aktiv gestalten möchten, dann sprechen Sie mit uns über die Entwicklung einer Digital-Strategie auf Basis Ihrer Unternehmensstrategie. Von dieser leiten wir mit Ihnen und für Sie auf Stufe drei die IT-Strategie ab, mit deren Hilfe Sie die alte Welt in die Medizin-, Pflege- und Welt 4.0 überführen können. Wer es etwas behutsamer angehen möchte, der kann auch erst einmal mit einer Ist-Situations- und Potenzialanalyse starten, bevor es an die ganz grosse Strategie geht. Aber zu viel Zeit lassen, dürfen Sie sich nicht. Die Welt 4.0 wartet nicht auf Sie.  Kontakt

 

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Dieser Beitrag wurde am 26.09.2016 veröffentlicht und zuletzt am 26.09.2016 aktualisiert.
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